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Backlink-Audit

SEO

  • Bei einem Backlink-Audit handelt es sich um eine Analyse aller Backlinks einer Domain
  • Mit einem Backlink-Audit hat man mehr Kontrolle über die gesetzten Backlinks und man verschafft sich zudem eine Übersicht, welche Webseite die eigene Domain verlinken
  • Ziel ist es, schädliche Backlinks zu identifizieren
  • Ein Backlink-Audit sollte regelmäßig durchgeführt werden

Vorgehensweise

Wie man bei einem Backlink-Audit vorgehen kann, wird nachfolgend beschrieben.

1. Daten sammeln

Im ersten Schritt werden alle Backlinks einer Domain gesammelt. Dazu helfen bspw. folgende Tools:

  • ahrefs.com
  • Majestic
  • LinkResearchTools
  • Google Search Console
  • SEMrush
  • Etc.

Wichtig ist dabei, dann man verschiedene Tools einsetzt, um so eine größere Datenbasis zu bekommen. Ein einzelnes Tools kann ggf. nicht alle Backlinks einer Domain finden.

2. Master-Tabelle erstellen

Die Exporte der verschiedenen Tools sind meist sehr unterschiedlich und besitzen verschiedene Datensätze. Um am Ende eine einheitliche Tabelle zu haben, mit der man arbeiten kann, sollten alle Exporte auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden. Dazu erstellt man eine Master-Tabelle (z.B. in Excel) und importiert im besten Fall folgende Spalten aus den Exporten:

  • URL, von wo aus die eigene Domain verlinkt wird
  • Domain (eine Domain kann mehrmals auf die eigene Webseite verlinken; diese Spalte dient dazu, dass man die Tabelle nach Domains filtern kann)
  • Anchortext der Backlinks
  • Linkziel
  • Nofollow/Follow
  • Bewertung des Links (Basis sollte 1 Tool sein)
  • Status
  • Kommentare

3. Master-Tabelle bereinigen und sortieren

Im nächsten Schritt sollte die Tabelle bereinigt werden:

  • Duplikate entfernen
  • Backlinks alphabetisch sortieren (um gleiche/ähnliche Links schneller zu identifziern)
  • Ein einheitliches Wording für die Bewertung definieren (siehe Details im nächsten Schritt)

4. Bewertung der Backlinks

In diesem Schritt geht es darum, die Backlinks zu bewerten und die beiden Spalten „Status“ und „Kommentare“ zu befüllen. Hier schaut man sich die Domain oder jeden Link einzeln an und bewertet diesen nach diversen Kriterien.

Bewertungskriterien
Folgende Fragen helfen einen Backlink zu bewerten:

  • Passt das Thema der linkgebenden Seite zur eigenen Webseite?
  • Sieht die Webseite seriös aus?
  • Wurde die Seite gehackt?
  • Verteilt die Webseite viele Backlinks?
  • Bietet die Webseite einen Mehrwert?
  • Existieren schädliche Inhalte auf der Webseite?
  • Ist transparent wer die Seite betreut?
  • Hat die Webseite ein Impressum?

Die Beantwortung der Fragen kann helfen, einen Backlinks als gut oder schlecht zu bewerten. Natürlich können weitere, eigene Fragen noch dazu herangezogen werden.

Spalte „Status“
Hier erfolgt die Dokumentation, ob der Link noch vorhanden ist oder nicht bzw. auch – wenn vorhanden – welchen Status Code dieser auslöst. Dabei orientiere ich mich an den HTTP Status Codes:

  • 200: Das heißt, dass er Backlink noch da ist und direkt auf die Zielseite verlinkt, die einen 200er Status Code zurückgibt.
  • 3xx: Wenn der Backlink einen Redirect erzeugt, dann wird hier festgehalten, welcher Redirect-Status-Code vorliegt.
  • 404: Dieser Status Code wird festgehalten, wenn der Backlink noch da ist aber auf eine 404-Seite verlinkt (Broken Backlink).
  • 410: Wenn der Backlink nicht mehr da ist, dann wird dies mit 410 (Gone) vermerkt.
  • 503: Kommt zum Einsatz, wenn zum Zeitpunkt der Prüfung die Seite nicht aufrufbar war.

Spalte „Kommentare“
In der Spalte „Kommentare“ wird definiert, was mit diesem Link zu tun ist. Dies ist jedoch abhängig von der Spalte „Status Code“:

  • 200: Wenn der Link noch da ist, sollte bewertet werden, ob dieser gut oder schlecht ist. Wenn gut, dann kann man das mit „Ok“ vermerken, wenn schadhaft mit „Abbauen“ dokumentieren.
  • 3xx: Hier gilt das Gleiche wie bei 200, jedoch mit einem Zusatz: Bei sehr guten Backlinks sollte man hier „Korrigieren“ vermerken.
  • 404: Hier gilt das Gleiche wie bei 3xx.
  • 410: Hier gilt das Gleiche wie bei 3xx.
  • 503: Hier sollte man dies mit „Nochmal prüfen“ vermerken.

Tipps bei der Bewertung

  • Bei sehr vielen Backlinks, sollte man nach Priorität vorgehen. Das LRT bietet z.B. die Möglichkeit alle Backlinks hochzuladen und stellt im Anschluss eine Risiko-Bewertung bereit. So kann man sich zunächst nur die Backlinks anschauen, die ein hohes Risiko aufweisen.
  • Konsistente Benennung bei der Bewertung benutzen: Wenn man bspw. einen Link positiv bewertet, dann sollte man ein Wording wählen und dabei bleiben. „Ok“, „Passt“, „Gut“, etc. sollten nicht gemischt werden. Spätestens wenn man die Spalte filtern möchte, merkt man, dass dies zu mehr Filter-Aufwand führt.
  • Um den Status Code des Link-Ziels schnell zu erkennen, kann man den Screaming Frog benutzen.

5. Optimieren

Nach der Analyse und Bewertung der Backlinks geht es in die Praxis. Abhängig davon, was in der Spalte „Kommentare“ steht, gibt es verschiedene Aufgaben:

  • Ok: Wenn der Backlink online ist und Ok ist, muss nichts weiter gemacht werden.
  • Abbauen: Wenn ein Backlink abgebaut werden muss, so sollte man als erstes versuchen den Link gänzlich zu entfernen, indem man den Webseiten-Betreiber kontaktiert. Wenn das nicht möglich ist, sollte man einen Eintrag in die Disavow-Datei machen und in der Google Search Console hochladen.
  • Korrigieren: Hier hängt es ab, welchen Status Code der Backlink hat. Liegt ein Redirect vor und handelt es sich um einen sehr wichtigen und starken Backlink, sollte man ebenfalls versuchen den Webmaster zu kontaktieren und um Korrektur bitten. Der Hintergrund: Zeigt ein Backlink auf eine Redirect-Seite, die dann auf die eigentliche Seite weiterleitet, bleibt auf der Redirect-Seite etwas Link-Power zurück. Daher sollte die Ziel-Seite direkt verlinkt werden, um komplett vom Link zu profitieren. Liegt ein 404-Fehlercode vor, so sollte man ebenfalls probieren den Webmaster zu kontaktieren und um Korrektur bitten. Falls das nicht möglich ist, sollte der Link durch einen Redirect abgefangen und auf eine passende Seite weitergeleitet werden. Sollte der Status ein 410 sein und es sich um einen guten Link handeln, der aber nicht mehr online ist, sollte man ebenfalls Kontakt zum Webseiten-Betreiber herstellen und prüfen, ob der entfernte Link wieder online gestellt werden kann.
  • Nochmal prüfen: Hier sollte man später nochmal vorbeischauen – wenn die Seite wieder erreichbar ist – und den Backlink prüfen.

6. Monitoring

Zum Schluss sollte nicht vergessen werden, dass man verfolgt wie sich die Optimierungen auf die SEO-Sichtbarkeit und den -Traffic ausgewirkt haben.

Weitere Informationen zum Backlink-Audit

Disavow

In der Google Search Console gibt es ein Disavow-Tool, worüber man eine Disavow-Datei hochladen kann. Dabei handelt es sich um eine Textdatei mit URLs, die Google abwerten soll, da die Backlinks dieser URLs dem Ranking der eigenen Webseite schaden können. Zwar bemüht sich Google, dass schlechte Backlinks keine negative Auswirkung ausüben (siehe unten unter „Penguin-Update 4.0“), jedoch sollte man zur Sicherheit schlechte Backlinks manuell über das Disavow-Tool abwerten. In der Textdatei sollte pro Zeile eine URL stehen. Falls man alle Links einer einzelnen Domain abwerten möchte, so schreibt man in eine Zeile einfach „domain:beispiel.de“. Bei sehr zweifelhaften Domains sollte man am besten nicht nur eine einzelne URL abwerten, sondern am besten die komplette Domain. So stellt man sicher, dass auch Links, die eventuell „versteckt“ auf der schadhaften Domain liegen, ebenfalls abgewertet werden. Zudem hält man dadurch die Disavow-Datei schlank, was den Pflegeaufwand reduziert. In der Disavow-Datei kann man zudem mit „#“ eigene Kommentare hinterlegen, die Google ignoriert.

Hier ein Beispiel einer möglichen Disavow-Datei:
# Webmaster am 01.01.2018 kontaktiert, aber keine Antwort
https://www.beispiel.de/unterseite.html
# Entwertung komplette Domain, da sehr viele Backlinks auf Unterseiten
domain:beispiel2.de

Penguin-Update 4.0

Am 23.09.2016 hat Google das Penguin-Update 4.0 ausgerollt. Dadurch wurde Penguin in den Core integriert und agiert Real-Time. Heißt: Penguin ist immer da. Zudem entwertet Google ab Penguin 4.0 schlechte und spammige Backlinks von selbst bzw. ignoriert sie. Webseiten werden also vom Backlink-Update nicht mehr in der Härte wie früher getroffen. So kam die Frage auf, ob man weiterhin Backlink-Audits durchführen sollte. Mein Empfehlung ist, Backlink-Audits weiterhin in regelmäßigen Abständen aus folgenden Gründen durchzuführen:

  • Man sollte sich nicht auf das Backlink-Bewertungssystem von Google verlassen.
  • Mit einem Backlink-Audit verschafft man sich – unabhängig von SEO – einen Überblick, auf welchen Webseiten man verlinkt und erwähnt wird.
  • Neben schlechten und schadhaften Backlinks, kann man durch ein Backlink-Audit auch an Broken Backlinks, Redirect-Backlinks sowie Offline-Backlinks stoßen, die man korrigieren und davon profitieren kann.

Last modified: 7. März 2019