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Edge-Browser: Tracking-Verhinderung

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Viele Browser gehen aktiv gegen Tracker vor. Safari mit ITP, Firefox mit ETP. Nun mischt auch Microsoft mit dem Edge-Browser mit. In diesem Beitrag gibt es einige Informationen dazu.

Status Quo

Aktuell (10.10.2019) ist folgendes bekannt:

  • Microsoft Edge übernimmt das Chromium Open Source-Projekt (siehe auch Evergreen Bingbot)
  • Die aktuelle Beta-Version von Microsoft Edge bringt neue Browser-Funktionen
  • Die Funktion, die gegen Tracker vorgeht, heißt dabei „Tracking-Verhinderung“

Funktion „Tracking-Verhinderung“

Zu der Funktion „Tracking-Verhinderung“ gelangt man über „Einstellungen“ -> „Datenschutz und Dienste“. Schneller geht es über den Aufruf edge://settings/privacy in der Adresszeile. Danach bekommt man folgende Einstellungsmöglichkeiten:

Zunächst heißt es:

Websites verwenden Tracker, um Informationen über Ihr Surfverhalten zu sammeln. Websites nutzen diese Informationen unter Umständen, um Verbesserungen durchzuführen und Inhalte wie personalisierte Werbeanzeigen anzuzeigen. Einige Tracker sammeln und senden Ihre Informationen an Websites, die Sie nicht besucht haben.

Diese Funktion kann man entweder aktivieren oder deaktivieren. Standardmäßig ist diese Funktion nach der Installation des Browsers aktiviert. Man hat noch die Möglichkeit die „Schärfe“ der Tracking-Verhinderung zu steuern:

  • Einfach
  • Ausgeglichen (ist standardmäßig ausgewählt)
  • Streng

Zudem hat man die Möglichkeit auch Tracker auf selbst bestimmten Webseiten zuzulassen, wenn man möchte. Zu dieser Funktion gelangt man über den Button „Ausnahmen“.

Was bedeutet das für die Webanalyse?

Grundsätzlich muss man davon ausgehen, dass kaum ein Nutzer diese Funktion – die standardmäßig aktiviert ist – deaktivieren wird. Um zu verstehen, was das für die Webanalyse bedeutet muss man zunächst folgende Aspekte verstehen (ausführliche Erklärung bei Markus Baersch und im Windows Blog):

  • Wie bei ETP geht die Funktion von Edge gegen Tracker aus der Liste von disconnect.me vor
  • Tracking-Skripte können gänzlich geblockt werden
  • Das Laden von Tracking-Skripten kann aber auch zugelassen werden; Zugriff auf Cookies kann dafür blockiert werden
  • localStorage und IndexedDB werden geblockt

Ansonsten hängt der Einfluss auf die Webanalyse davon ab, welche Einstellungsmethode (Einfach, Ausgeglichen oder Streng) gewählt wurde.

  • Einfach: Hier werden Fingerabdruck-Tracker und Cryptomining-Skripte geblockt. Letztere sind Skripte, die den Computer des Nutzers für verschiedene Zwecke (wie z.B. für die Generierung von Kryptowährungen) missbrauchen können. Deshalb blockt die einfache Einstellung auch solche Skripte.
  • Ausgeglichen (ist standardmäßig ausgewählt): Tracking-Skripte werden hier noch nicht blockiert. Das Google Analytics Cookie „_ga“ ist nicht betroffen. Auch Google Analytics Werbefunktionen kommen laut Markus Baersch an. Einschränkungen gibt es bei Doubleclick: Das DSID-Cookie läuft hier statt 14 Tage nur 10 Minuten. Das IDE-Cookie statt 6 Monate nur 30 Tage.
  • Streng: Hier geht dann nichts mehr!

Wer Testen möchte, was genau auf der eigenen Seite durch Edge blockiert wird, kann das über die Developer Console machen. Bei Aufruf der Website einfach mit F12 in die Console wechseln. Dort werden dann alle blockierten Ressourcen angezeigt.

Last modified: 11. Oktober 2019