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Linkmaskierung

SEO

Hintergrund zur Linkmaskierung

Für Suchmaschinen-Bots sind interne und vor allem externe Links wichtige Signale, um die Relevanz von Unterseiten auf einer Website zu bestimmen. Besonders Backlinks sind dabei ein starker Ranking-Faktor. Gute Backlinks muss man sich hart erarbeiten.

Nun verweisen diese Links auf bestimmte Seiten, die eine gewisse Link-Power übertragen. Kommt die Link-Power an, so fließt sie (deshalb auch Link-Juice genannt) durch die Seite. Dadurch kommt es zur Vererbung. Die Link-Power wird also weiter auf alle verlinkten Seiten weitervererbt. Auf der einen Seite ist das gut, da auch andere Seite etwas vom “Saft” bekommen. Je stärker eine Seite intern verlinkt ist, desto potentiell mehr bekommt diese vom gesamten Link-Juice ab und signalisiert dadurch eine gewisse Relevanz. Die Vererbung kann aber auch problematisch sein. Wenn auf einer Seite viele Seiten intern verlinkt sind, desto weniger Link-Juice bekommt jede einzelne Seite.

Vor allem wenn eher unwichtige Seiten Link-Power absaften, dann ist das für die relevanten Seiten ärgerlich. Gehen wir dabei von einem einfachen theoretischen Modell aus:

  • Eine Website besteht aus einer Startseite, einer wichtigen Unterseite und einer für die Suche unwichtigen Unterseite.
  • Auf der Startseite ist die wichtige und unwichtige Seite verlinkt.
  • Nun bekommt die Startseite einen Backlink.
  • Da hier zwei Seiten verlinkt sind, bekommen beide Seiten etwas vom Link-Juice ab.

Das ersichtliche Problem ist, dass die unwichtige Seite ebenfalls Link-Juice bekommt, obwohl sie für die Suche nicht relevant ist. Ist es nicht sinnvoller, wenn die Link-Power nur zur wichtigen Seite fließt? Ja!

In der Praxis hat man häufig viele Links auf einer Seite zu anderen Seiten, die für die Suche irrelevant sind. Dazu gehören insbesondere Footer-Links zum Impressum, Datenschutz, etc. Für die Nutzer sind diese Links wichtig. Auch aus rechtlicher Sicht muss z.B. das Impressum immer verlinkt sein.

Was ist Linkmaskierung?

Hier kommt Linkmaskierung ins Spiel. Mit Linkmaskierung bleiben die Links für Nutzer sichtbar und die Zielseite somit erreichbar. Suchmaschinen können den Link aber nicht erkennen. Somit können sie dem Link auch nicht folgen und Link-Power weitervererben.

Man setzt hier also Techniken ein, mit denen Aktionen ausgeführt werden müssen, die aber Suchmaschinen nicht ausführen können. Bots klicken nicht, füllen keine Formulare aus und akzeptieren auch keine Cookies.

Linkmaskierung und Cloaking

Wenn es um das Verstecken von Elementen auf der Website geht, dann denken viele direkt an Cloaking. In diesem Fall ist das auch eine berechtigte Frage. Während es einige als Cloaking einstufen, herrscht die allgemeine Meinung, dass diese Technik nicht zu Cloaking gehört.

Beim Cloaking handelt es sich um eine Technik, wo Nutzern andere Inhalte als der Suchmaschine angezeigt werden. Zudem unterscheidet sich der Quellcode der Nutzer- und Suchmaschinen-Version. Cloaking zählt zu den Black-Hat-Methoden und hat das Ziel Nutzern andere Informationen als suggeriert zu präsentieren. Im schlimmsten Fall verfolgt Cloaking das Ziel, Nutzern zu schaden.

Bei der Linkmaskierung kann man nicht von Cloaking ausgehen, da der Inhalt auf der Seite für Nutzer und Suchmaschinen identisch ist. Auch die Inhalte, die über den maskierten Link zu erreichen sind, unterscheiden sich für Nutzer und Suchmaschinen nicht.

Vorteile von Linkmaskierung

Linkmaskierung bietet für SEO verschiedene Vorteile, wobei wir eine schon kennen lernen konnten:

  • Bessere Verteilung der Link-Power auf die wichtigsten Seiten
  • Crawling-Budget wird eingespart. Vor allem bei Online Shops erzeugt die Faceted Navigation viele URLs, die für die Suche nicht immer relevant sind. Auch kann eine Mega-Navigation mittels Linkmaskierung ihren Fokus auf die wichtigsten Seiten bekommen. Oder es können Sidewide-Links (vor allem Footer-Links) durch Linkmaskierung reduziert werden. Das alles spart an Crawling-Ressourcen, da der Bot so weniger Seiten crawlen muss.
  • Verhinderung eines Index-Bloats, indem weniger Seiten durch Suchmaschinen erreicht werden (siehe vorherigen Punkt).
  • Auch können so Links zu Seiten maskiert werden, die sonst Thin Content oder Duplicate Content wären.

PRG-Pattern: Linkmaskierung in der Praxis

Um Links aus SEO-Sicht zu maskieren, wird das PRG-Pattern verwendet. PRG steht dabei für “POST, Redirect, GET”. Bevor wir uns das genauer ansehen, müssen wir zunächst die POST- und GET-Methode verstehen.

POST vs. GET

Dabei handelt es sich um 2 Methoden, wie eine Übertragung von Daten stattfinden kann.

Bei GET werden die Daten bzw. Eingabedaten in die URL geschrieben und so an den Server übermittelt. Diese URLs sind an dem Query-String zu erkennen und kommen häufig bei Onpage-Suchen oder beim Filtern in Online Shops vor. Diesen Links können Suchmaschinen-Bots folgen.

Bei POST werden die Daten bzw. Eingabedaten über den HTTP-Header (genauer: über den Request-Body) an den Server übermittelt. Daher sind diese Daten nicht über die URL sichtbar und werden auch nicht über die URL verschickt. Da keine URL entsteht, entsteht auch kein Link. Daher können Suchmaschinen-Bots mit der POST-Methode wenig anfangen. Formulare werden z.B. mit der POST-Methode abgewickelt, damit die Nutzereingaben nicht über die URL sichtbar sind.

Funktionsweise PRG-Pattern

Mit diesem Wissen lässt sich nun das PRG-Pattern auch besser erklären. Beim PRG-Pattern wird technisch gesehen grob folgender Prozess durchlaufen:

  1. POST-Request an den Server.
  2. Server antwortet mit einem Redirect.
  3. Browser folgt dem Redirect und stoßt weiter einen GET aus, der Server antwortet und dem Nutzer wird nun die Zielseite angezeigt.

Schauen wir uns das näher an.

1. POST
Der zu maskierende Link wird zunächst als Formular-Link umgesetzt. Statt dem a-Tag wird also das form-Tag angewendet. Formulare arbeiten hierzu meist mit der POST-Methode. Standardmäßig gibt es bei Formularen Eingabefelder, die der Nutzer ausfüllen muss. Die ausgefüllten Daten werden dann mittels Bestätigung des Abschicken- oder OK-Buttons an den Server im Hintergrund (über Request-Body) übermittelt. Dieser verarbeitet die Anfrage und antwortet entsprechend, ohne das sich die URL ändert.

Bei einem Link ist es jedoch so, dass keine Eingabe seitens dem Nutzer notwendig ist. Bei einem Formular schon. Deshalb wird der form-Link so angepasst, dass keine Eingabe stattfinden muss. Das Formular (display:none) und das Input-Feld (hidden) werden versteckt.

Statt dem Formular sendet also der Link bei Klick die notwendigen Daten an den Server. Wichtig ist dabei, dass der form-Link so angepasst wird, dass er auch wie alle anderen internen Links auf der Website aussieht. Beim Absenden der Anfrage an den Server wird im POST-Request mitgegeben, wo der Nutzer tatsächlich hin möchte. Klickt der Nutzer also auf den Link zum Impressum, dann muss diese Information auch beim Server landen, damit der nächste Schritt durchgeführt werden kann.

2. Redirect
Die Informationen landen beim Server. Der Server bekommt eine POST-Anfrage, wo drin steht, dass der Nutzer zum Impressum möchte. Der Server schickt nun einen Redirect (303er) an den Browser. Der Browser folgt nun den Redirect.

3. GET
Durch den Redirect wird vom Browser wiederum eine GET-Anfrage ausgelöst, um die Zielseite anzufordern. Der Server antwortet und liefert die URL (200er) zum Impressum aus.

Zusammenfassung und Hinweise

Durch diese Methode bekommen Suchmaschinen den ersten Link, der durch POST angefragt wird, nicht mit. Dadurch kann der restliche Prozess nicht mehr nachvollzogen werden. Für den Nutzer ändert sich dabei nicht viel.

Aus Nutzer-Sicht ist es nur wichtig, dass sich dieser Link nicht von den anderen Links unterscheidet. Aus SEO-Sicht sollte man bedenken, dass zu indexierende URLs dennoch über interne Links erreichbar sein sollten.

Last modified: 16. Juli 2020