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Needs Met Rating Guideline

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Teil 3 der Google Quality Rater Guidelines beschäftigt sich mit dem Needs Met Rating (Bedürfnisbefriedigungs-Bewertung). Zu Erinnerung: In Teil 1 ging es um das Page Quality Rating und in Teil 2 um „Understanding Mobile User Needs“. Inhalte der Needs Met Rating Guidelines sind:

Die Bedürfnisbefriedigungs-Skala

Beim Needs Met Rating geht es um die Bewertung der Suchergebnisse für mobile Nutzer. Bei der Überprüfung kommt die Bedürfnisbefriedigungs-Skala zum Einsatz, um Websites dahingehend zu bewerten:

Needs Met Rating

Insgesamt kann es 5 Bewertungsergebnisse geben:

  • Fully Meets (FullyM): Fully Meets wird nur in speziellen Fällen vergeben. In diesem Fall sind (fast) alle Nutzer mit dem Ergebnis sofort zufrieden und müssen sich kein weiteres Ergebnis anschauen.
  • Highly Meets (HM): Dieses Rating wird vergeben, wenn das Ergebnis sehr hilfreich für mobile Nutzer ist, wobei sich einige Nutzer weiterführende Informationen wünschen.
  • Moderately Meets (MM): Hier ist das Ergebnis zwar hilfreich, Nutzer würden sich aber auch noch weitere Ergebnisse gerne anschauen wollen.
  • Slightly Meets (SM): Slightly Meets wird vergeben, wenn das Ergebnis nur wenigen Nutzern eine Hilfe ist. Es besteht zwar ein Zusammenhang zwischen Suchanfrage und Ergebnis, aber nicht ganz zufriendestellend.
  • Fails to Meet (FailsM): In diesem Fall ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend und Nutzer wünschen sich weitere Ergebnisse.

Bewertung der Suchresultate

Bei der Bewertung von Needs Met werden 2 Sachen geprüft:

  • Das Suchergebnis-Snippet (Result Block)
  • Die dazugehörige Landingpage

Wobei die Landingpage nicht immer mitbewertet wird. Dies hängt von der Snippet-Art ab. In „Understanding Mobile User Needs“ bin ich unter „Die SERP verstehen“ auf die Arten eingegangen, die Google unterscheidet:

  • Web Search Result Block
  • Special Content Result Block (SCRB)
  • Device Action Result Block

Beim Web Search Result Block ist ein Klick notwendig, um die gesuchten Informationen zu finden. Aus diesem Grund sollten hier das Snippet und die Landingpage evaluiert werden. Beim SCRB hängt es davon ab, ob der Nutzer voraussichtlich darauf klicken muss, damit sein Bedürfnis befriedigt wird. Falls das SCRB alle Informationen zur Befriedigung der Suchintention enthält, dann sollte nur das Snippet bewertet werden. Falls nicht bzw. falls ein weiterer Klick notwendig ist, dann sollte neben dem Snippet auch die Landingpage geprüft werden. Beim Device Action Result Block sollte bewertet werden, wie hilfreich das Resultat des Befehls ist.

Fully Meets (FullyM)

Fully Meets bekommen Suchergebnisse nur in speziellen Fällen:

  • Die Suchanfrage ist klar, spezifisch und eindeutig.
  • Das Ergebnis ist für mobile Nutzer sofort zufriedenstellend (sie erhalten mit minimalen Aufwand das, wonach sie gesucht haben).
  • Der Nutzer muss keine weitere Ergebnisse anschauen, da das vorliegende Ergebnis voll zufriedenstellend ist.

Praktische Beispiele wären:

  • Der Nutzer sucht nach einer Website und genau diese wird ausgespielt.
  • Der Nutzer gibt eine Sprachsuche oder einen Sprachbefehl aus und das Ergebnis gibt genau das Geforderte zurück.
  • Der Nutzer sucht nach einer spezifischen Information, die das Suchergebnis direkt abdeckt (z.B. Featured Snippets). Bevor das Ergebnis „FullyM“ bekommt, muss nur noch die Information validiert werden.

Es werden auch 2 Beispiele genannt, die grundsätzlich nicht „FullyM“ sein können:

  • Generische Suchanfragen, wo ein einziges Ergebnis den Nutzer nicht zufriedenstellen kann. Beispiel: Bei der Suchanfrage „stricken“ ist nicht klar, ob der Nutzer allgemeine Informationen, Videos oder Anleitungen benötigt. Auch die Suche nach bekannten Personen ist nicht eindeutig, da man nicht konkret weiß, was der Nutzer wissen möchte.
  • Mehrdeutige Suchanfragen ohne klarer Suchintention. Beispiele sind hier Abkürzungen, die mehrdeutig sind. Bei „cc“ weiß man nicht, ob das in Zusammenhang mit E-Mails, einem Auto oder der Abkürzung für „Country Code“ steht.

Highly Meets (HM)

Highly-Meets-Websites liefern sehr gut passende Ergebnisse zur Suchanfrage. Die Ergebnisse haben eine hohe Qualität. Informationswebsites wie Enzyklopädien oder News-Portale müssen dabei genaue und glaubwürdige Inhalte liefern, um diese Bewertung zu erhalten. Medizinische und wissenschaftliche Informationen müssen auch hohen Qualitätsstandards Stand halten. Grundsätzlich gilt, dass die Informationen richtig sein und einen gewissen Experten-Konsens besitzen müssen.

Moderately Meets (MM)

Moderately-Meets-Websites passen gut zur Suchanfrage, weisen gegenüber Highly-Meets-Websites aber einige Schwächen auf:

  • Content ist nicht so umfassend.
  • Content ist nicht ganz aktuell.
  • Die Website hat keine hohe Autorität.

Slightly Meets (SM)

Diese Bewertung bekommen Websites, die nur für wenige Nutzer hilfreich ist. Charakteristisch ist:

  • Mangelnde Qualität.
  • Veraltete Informationen.
  • Ungenauer Inhalt.
  • Wenn der Title (der auf der Suchergebnisseite sichtbar ist) irreführend ist und der Nutzer auf der Landingpage nicht das im Title Versprochene vorfindet.

Fails to Meet (FailsM)

Ergebnisse, die nur für sehr wenige oder keine Nutzer hilfreich sind, bekommen diese Bewertung. Charakteristisch ist:

  • Informationen sind unpassend zur Suchanfrage
  • Falsche Informationen
  • Nutzer müssen sich weitere Ergebnisse anschauen
  • Die Suchintention wird nicht abgedeckt
  • Schlechte Qualität der Inhalte
  • Alte Informationen
  • Die Website ist Mobile schlecht bedienbar

Auch folgende „Lowest Quality Pages“ aus den Page Quality Rating Guidelines bekommen den Status „Fails to Meet“:

  • Ergebnisse, die den Nutzer schaden
  • Websites, die sich als eine andere Website/Marke darstellen und dadurch versuchen den Nutzer zu täuschen
  • Websites, die versuchen den Nutzer mit Absicht falsch zu informieren

Zusätzlich sollen folgende Ergebnisse „FailsM“ bekommen:

  • Pornografische Ergebnisse für Nicht-Pornografische-Suchanfragen
  • Verstörende Ergebnisse, die angezeigt werden, obwohl in der Suchanfrage die Absicht danach nicht da ist
  • Ergebnisse, die medizinische und wissenschaftliche Fakten stark in Frage stellen (außer es ist ersichtlich, dass der Nutzer einen alternativen Standpunkt sucht)
  • Ergebnisse, die historischen Fakten widersprechen (außer es ist ersichtlich, dass der Nutzer einen alternativen Standpunkt sucht)

Bewertung bestimmter Themen und Seiten

Anfangs wurde die Bedürfnisbefriedigungs-Skala gezeigt:

Needs Met Rating

Unter der Skala kann man die sogenannten „Flags“ sehen. Die Bewerter sollen Seiten mit diesen Flags markieren, falls dies zutrifft:

  • Pornografische Ergebnisse
  • Fremdsprachige Ergebnisse
  • Seite lädt nicht
  • Störend-beleidigende Ergebnisse

Die Flags sind dabei Suchanfragen-unabhängig. Das heißt: Wenn bei einer Suchanfrage nach „schuhe online kaufen“ pornografische Ergebnisse angezeigt werden, so muss das entsprechende Flag dennoch vergeben werden.

Pornografische Ergebnisse
Dieses Flag wird vergeben, wenn Suchergebnis und Landingpage pornografische Inhalte aufweisen. Hinsichtlich des Needs Met Ratings gilt es dabei folgendes zu beachten:

  • Benutzt der Nutzer nicht-pornografische Suchanfragen, werden dennoch pornografische Ergebnisse ausgespielt, dann soll „Fails to Meet“ vergeben werden.
  • Google nennt einige Suchanfragen wie „cheerleaders“, die nicht zu pornografische Suchanfragen gehören.
  • In einigen Sprachen gibt es aber auch Begriffe, die als „pornografisch“ und „nicht-pornografisch“ gleichzeitig einzustufen sind. Diese Keywords könnten auch eine medizinisch-informationsgetriebene Suchintention haben.
  • Haben die Suchanfragen eine klare pornografische Intention, dann muss das Flag immer vergeben werden. Die Bewertung der Suchergebnisse und der Landingpage sollten dann wie bei allen anderen Seiten ganz normal stattfinden.

Fremdsprachige Ergebnisse
Dieses Flag soll immer dann vergeben werden, wenn die Sprache der Suchanfrage von der Sprache auf der Landingpage abweicht. Hinsichtlich Needs Met Rating schlägt Google vor, solche Seiten mit „FailsM“ zu bewerten. Die Begründung: Wenn Suchergebnisse und Landingpage mit einer anderen Sprache ausgespielt werden, dann können dies die Nutzer nicht verstehen und die Ergebnisse sind nutzlos. Wobei hier auch betont wird, dass es auf die Suchintention ankommt. Navigationsgetriebene Suchanfragen könnten davon ausgeschlossen sein. Ebenso wenn Nutzer nach einem Song suchen.

Seite lädt nicht
Das „Did-Not-Load“-Flag wird für alle Landingpages vergeben, die aufgrund technischer Fehler (z.B. 404-Fehler, etc.) nicht laden können. Auch wenn die Seite komplett leer ist, sollte diese Flag vergeben werden. Zudem kommt dieses Flag zum Einsatz, wenn Malware-Warnungen auf der Landingpage existieren. Diese Landingpages bekommen die Bewertung „FailsM“. Wenn die Landingpage (teilweise) lädt und eine Warnung ausgibt (z.B. „keine Ergebnisse gefunden“), dann soll bewertet werden wie hilfreich alles drumherum ist. Hat die Landingpage hilfreiche, weiterführende Links, so kann die Bewertung auch besser ausfallen.

Störend-beleidigende Ergebnisse
Dieses Flag bekommen Ergebnisse und Landingpages, die Hass und Gewalt verbreiten und generell verstörend und beleidigend sind. Hauptsächlich sind dabei sehr negative Themen gemeint. Hinsichtlich des Needs Met Ratings muss aber immer die Suchintention dahinter verstanden werden. Möchte sich ein Nutzer generell zum Thema „Diskriminierung“ informieren, dann müssen die Ergebnisse und Landingpages gemäß der Bedürfnisbefriedigungs-Skala bewertet werden.

Beziehung zwischen Page Quality und Needs Met

Die Unterscheidung zwischen den Page Quality Rating Guidelines und den Needs Met Rating Guidelines ist wie folgt:

  • Beim PQ-Rating spielt die Suchanfrage keine Rolle. Es wird nur die Landingpage bewertet.
  • Beim NM-Rating spielen Suchanfrage und Landingpage sowie die Beziehung zueinander eine Rolle bei der Bewertung.

Eine Seite kann also ein hohes PQ-Rating bekommen, wenn die Inhalte hochwertig sind und von einer vertrauenswürdigen Quelle stammen. Wird die Seite aber zu einer Suchanfrage ausgespielt, die nicht eindeutig das gesuchte widerspiegelt, kann das Suchergebnis und die Landingpage ein schlechtes Needs Met Rating bekommen.

Bewertung von mehrdeutigen Suchanfragen

Hier geht Google – wie im Kapitel „Understanding Mobile User Needs“ – auf die 3 Arten der mehrdeutigen Suchanfragen (Beispiel „apfel“) ein und wie diese hinsichtlich Needs Met Rating zu bewerten sind:

  • Dominant Interpretation: Ein hilfreiches Ergebnis für diese Art der Suchanfragen sollte „Highly Meets“ oder „FullyM“ bekommen.
  • Common Interpretation: Diese Suchanfragen bekommen ein „Highly Meets“ oder „Moderately Meets“.
  • Minor Interpretation: Intentionen, die eine Minderheit darstellen, sollten „Slightly Meets“ bekommen.
  • No Chance: Eine vierte Art stellt hier Google nochmal vor, die „FailsM“ bekommen sollte. Diese liegt vor, wenn eine gewisse Interpretation hinter der Suchanfrage sehr unwahrscheinlich ist.

Bewertung spezieller Suchanfragen und Landingpages

Hier werden nochmal 2 weitere Intentionen beschrieben, die eine Suchanfrage haben kann:

  • „Go to the website intent“: Nutzer wollen gezielt eine Website besuchen, um Informationen einzuholen, einen Kauf durchzuführen oder etwas anders zu machen.
  • „Visit-in-person intent“: Nutzer möchten das Geschäft und Unternehmen lokal/offline besuchen und suchen im Internet nach Kontaktmöglichkeiten.

Bei der Suchanfrage kann es sein, dass der Nutzer eines von beiden durchführen möchte. Dies könnte laut Keyword unklar sein. Wenn das Ergebnis aber nicht beides abdeckt, dann bekommt das Ergebnis kein „Fully Meets“.

Bewertung spezieller Suchanfragen und Landingpages

Hier wird kurz auf Short- und Longtail-Keywords eingegangen. Shorttail-Keywords sind generisch und eine Bewertung kann hier schwer sein, da die Intention nicht immer klar ist. Bei Longtail-Keywords ist eine Bewertung hingegen einfacher durchzuführen, da die Intention ersichtlicher ist. Im ersten Fall sollten sich Rater nach bekannten Marken, Domains und Unternehmen umsehen, da viele Nutzer vermutlich danach suchen könnten.

Freshness

Hier wird darauf hingewiesen, dass einige Suchanfragen aktuelle Ergebnisse und News erwarten. Für ein hohes Needs Met Rating müssen dementsprechend die Ergebnisse und Landingpages die aktuellsten Informationen liefern. Ergebnisse mit veralteten Ergebnissen bekommen ein „FailsM“.

Wichtig: Freshness hat auf das PQ-Rating kaum eine Auswirkung. Qualitativ hochwertige und vertrauenswürdige Websites haben z.B. manchmal ein Archiv, wo ältere Informationen abgelegt werden.

Falsch geschriebene Suchanfragen

Hierzu gilt:

  • Bei offensichtlich falsch geschriebenen Suchanfragen sollte das Rating auf Basis der dahinterliegenden Intention stattfinden.
  • Bei nicht offensichtlich falsch geschriebenen Suchanfragen sollte das Rating auf Basis der gestellten Suchanfrage stattfinden.

URLs als Suchanfragen

Bei Suchanfragen, die als URL gestellt werden (z.B. Nutzer tippt domain.com in die Suchmaske ein), muss es nicht unbedingt nur ein „Fully Meets“ (= die gesuchte Website wird ausgespielt) oder „Fails to Meet“ (= die gesuchte Website wird nicht ausgespielt) als Rating geben. Nutzer geben die URL als Suchanfrage ein, um auch nach Bewertungen, Erfahrungen und News zu suchen. Solche – anderen – Websites könnten für den Nutzer hilfreich sein. Weniger hilfreich sind Websites, die zur URL mögliche Traffic-Statistiken liefern.

Produkte als Suchanfragen

Bei Suchanfragen in Kombination mit einem Produkt wird zwischen 3 Arten unterschieden:

  • Know: Nutzer suchen nach Informationen zu einem Produkt.
  • Do: Nutzer wollen das Produkt kaufen und suchen Shops.
  • Website: Nutzer wollen die offizielle Website des Produkts besuchen.

Als Rater sollte man dabei im Hinterkopf behalten, dass Nutzer auch gerne im Internet surfen und sich umsehen. Daher sind Websites, die Produkte vergleichen oder testen auch sehr hilfreich. Oft sind Ergebnisse für Produkt-Suchanfragen YMYL-Seiten, die besondere Qualitätsstandards erfüllen müssen.

Visit-in-Person Queries

Bei Suchanfragen ohne Ortsangabe, die aber signalisieren, dass Nutzer das Geschäft oder Unternehmen besuchen möchten, muss die Art der Dienstleitung bei der Bewertung berücksichtigt werden.

Sucht jemand nach Tankstellen, erwartet sich der Nutzer Ergebnisse, die ihm Tankstellen in unmittelbarer Nähe anbieten. Sucht jemand nach Freizeitaktivitäten oder einem Hallenbad, so können auch Ergebnisse erscheinen, die weiter weg sind. Hier wird davon ausgegangen, dass der Nutzer bereit ist, dafür längere Strecken in Kauf zu nehmen.

Bewertung von englischen Ergebnissen in nicht englischen Regionen

In diesem Abschnitt gibt Google nochmal abschließend Ratern in nicht-englisch-sprechenden Regionen ein paar Hinweise:

  • In Regionen, wo nicht erwartet werden kann, dass Nutzer Englisch verstehen, sollten englische Ergebnisse mit „FailsM“ bewertet werden. Beispiel: Es wird nach einer bekannten Persönlichkeit in kyrillisch gesucht. Der Nutzer möchte wahrscheinlich keine englischen Ergebnisse.
  • Es kann aber auch sein, dass der Nutzer in seiner Sprache, aber in lateinischer Schreibweise die Suche ausführt. Auch hier werden wohl keine englischen Ergebnisse erwartet.
  • In Regionen, wo Englisch eine 2. Amtssprache ist oder generell gesprochen wird, können englische Ergebnisse jedoch hilfreich sein.

Last modified: 4. März 2020