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Proxy-Server

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Was ist ein Proxy-Server?

Zunächst mal ist ein Server ein Rechner, der im Internet Websites für den Browser bereitstellt. Nun gibt es verschiedene Arten von Servern. Neben einfachen Web-Servern oder E-Mail-Servern gibt es unter anderem auch die Proxy-Server.

Proxy-Server agieren als eine Art Vermittler zwischen 2 Netzwerken: Anfragen werden entgegengenommen und weitergeleitet; und Antworten werden entgegengenommen und weitergeleitet.

Funktionsweise

Geht man vom einfachen Client-Server-Modell aus, dann passiert folgendes, wenn man eine Website aufruft:

  1. Der Nutzer gibt im Browser die Webadresse ein.
  2. Der Server empfängt die Anfrage und merkt sich die IP-Adresse des Nutzers.
  3. Nachdem die Anfrage verarbeitet worden ist, schickt der Server die gewünschte Website an die zuvor gemerkte IP-Adresse des Nutzers.

Würde man nun einen Proxy-Server als “Zwischenstelle” einsetzen, dann hätte man vereinfacht folgenden Vorgang:

  1. Der Nutzer gibt im Browser die Webadresse ein.
  2. Die Anfrage landet zunächst beim Proxy-Server.
  3. Dann prüft der Proxy-Server, ob die Webadresse im eigenen Cache abliegt. Falls ja, wird sie dem Client direkt zur Verfügung gestellt.
  4. Falls nichts im Cache zu finden ist, wird die Anfrage über die IP-Adresse des Proxys an den Server weitergeleitet.
  5. Der Server empfängt die Anfrage und merkt sich die IP-Adresse des Proxy-Servers.
  6. Nachdem die Anfrage verarbeitet worden ist, schickt der Server die gewünschte Website an die zuvor gemerkte IP-Adresse des Proxy-Servers.
  7. Der Proxy-Server verarbeitet die Antwort und legt sie im Cache ab.
  8. Der Proxy-Server leitet die Antwort direkt an den Browser des Nutzers weiter.

An diesem einfachen Beispiel kann man den Nutzen eines Proxy-Servers erkennen. Der Server bekommt die IP-Adresse des Nutzers nicht zu sehen und umgekehrt, sondern nur die des Proxy-Servers. Dadurch ist der Nutzer etwas sicherer unterwegs, wenn es um Datenschutz geht. Jedoch kann es sein, dass der Proxy-Server die IP-Adresse des Nutzers speichert. Deshalb gilt: Je mehr Proxy-Server zwischen Client und Webserver dazwischengeschaltet werden, desto schwieriger ist es, dass die IP-Adresse des Nutzers zurückverfolgt werden kann.

Nutzen von Proxy-Servern

An den soeben geschilderten Beispiel konnte man sehen, dass Proxy-Server zur Wahrung der Privatsphäre und Anonymität eingesetzt werden können. Es gibt aber weitere Anwendungsfälle:

  • Proxy als Cache: Regelmäßige Anfragen lassen sich effizienter durchführen, was zu einer schnelleren Antwortzeit führt. Dazu werden Anfragen aus dem Proxy-Cache bedient.
  • Filter: Ein Proxy-Server kann zwischen den Kommunikationsparteien den Traffic filtern, um so unerwünschte Inhalte zu blockieren. Aus diesem Grund sind manche Websites beim Zugriff aus bestimmten Ländern nicht verfügbar. Man kann jedoch selbst Proxys verwenden, um das Geoblocking zu umgehen.
  • Lastverteilung: Möchten mehrere Browser auf den Server zugreifen, kann ein Proxy die vorhandene Bandbreite gleichmäßig verteilen.

Arten von Proxy-Server

Die Unterteilung von Proxy-Servern kann man anhand der Verbindungsrichtung, der Protokollzuständigkeitsanzahl und der Sichtbarkeit vornehmen.

Bei der Verbindungsrichtung wird in 2 folgende Arten kategoriesiert:

  • Forwarding Proxy: Hier ist der Proxy zwischen Client und Internet geschaltet. Der Proxy nimmt alle Anfragen des Clients entgegen und tritt nach außen stellvertretend für den Client auf. Das Gerät des Nutzers ist hier vom Internet abgeschnitten und außen nicht sichtbar. Daher ist nur die IP-Adresse des Proxys erkennbar. Bevor jedoch der Proxy angenommene Antworten an den Client weiterreicht, werden die Daten kontrolliert. Die Sicherheitssysteme sind also auch auf dem Proxy installiert.
  • Reverse Proxy: Dieser funktioniert in umgekehrter Richtung. Alle öffentlichen Anfragen an der Server werden vom Reverse Proxy entgegengenommen. Die Clients greifen also nicht direkt auf den Server zu, um Inhalte zu bekommen. Die Anfragen werden vom Proxy zuerst geprüft, bevor sie weitergeleitet werden. Gleichzeitig findet ein Loadbalacing statt. Dies sorgt für eine Lastverteilung bei vielen Anfragen. Der Proxy verteilt die Last gleichmäßig oder teilt die Anfragen auf verschiedene Server auf.

Unterscheidet man Proxys anhand der Anzahl der Kommunikationsprotokolle, für die sie zuständig sind, dann gibt es folgende 2 Arten:

  • Dedizierter Proxy-Server: Wenn der Proxy nur für ein Protokoll zuständig ist.
  • Generischer Proxy-Server (Circuit Level Proxy): Dieser kann mehrere Protokolle wie HTTP, SMTP oder FPT unterstützen.

Unterscheidet man anhand der Sichtbarkeit, dann spricht man von:

  • Sichtbarer Proxy: Hier ist der Proxy für beide Kommunikationsparteien sichtbar und tritt mit einer eigenen IP-Adresse auf.
  • Transparenter Proxy: Hier ist für min. eine Seite nicht ersichtlich, dass ein Proxy im Einsatz ist.

Proxy-Server und SEO

Im SEO sind Proxy-Server vor allem im Blackhat-Bereich beliebt. Spam-Kommentare werden bspw. automatisiert über Proxys erstellt. Der Webmaster kann den Spammer nicht so einfach sperren, da er nicht mit seiner eindeutigen IP-Adresse auftritt. Abgesehen von Blackhat-Methoden gibt es aber weitere Anwendungsfälle im SEO.

So können Analysen – wie z.B. Wettbewerbsanalysen – über Proxys durchgeführt werden, um die eigene Anonymität zu wahren. Bei SEO-Analysen, die auf die Suchmaschinen-SERPs gerichtet sind, können viele Anfragen entstehen. Suchmaschinen können bei zu vielen Anfragen die eigene IP-Adresse dann sperren. Mit dem Einsatz von Proxy-Servern kann man das etwas umgehen, sodass man seine Analysen normal durchführen kann. Auch bei der Analyse von Webseiten können SEOs Proxys einsetzen, um bestimmte Länder-Zugriffe zu simulieren. Vor allem im Rahmen des internationalen SEO kann die Nutzer-Lokalisierung technisch geprüft werden und wie Google die eigene Seite sehen würde. Hier lässt sich dann auch erkennen, ob bspw. der Googlebot im schlimmsten Fall ausgesperrt wird. Werden Zugriffe aus den USA mittels Proxy-Server geblockt, kann es passieren, dass der Googlebot nicht auf die Seiten zugreifen und die Inhalte nicht indexieren kann.

Es viele weitere Einsatzgebiete. So kann die Auslieferung der Inhalte angepasst werden. Liegen bestimmte Inhalte – wie der Blog – auf einer Subdomain, können diese mithilfe von Proxys als Unterverzeichnis-URLs ausgeliefert werden. Auf dem eigentlichen Server liegen die Inhalte weiterhin auf einer Subdomain. Werden die Inhalte angefragt, dann werden sie vom Proxy ausgeliefert. Auf dem Proxy liegen die Inhalte jedoch als Verzeichnis-URLs vor. Man muss nur sicherstellen, dass es zu keinem Duplicate Content kommt.

Last modified: 3. Mai 2020