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Voice Search und SEO

SEO

Voice Search (Sprachsuche) hat gerade erstmal angefangen, jedoch schon eine große Komplexität erreicht. Während einige bei der Sprachsuche an Alexa denken, haben die anderen die Sprachsuche über das Smartphone im Kopf. An dieser Herangehensweise wird deutlich, dass Sprachsuche immer vom jeweiligen Nutzer und dessen Intention abhängt. Wenn wir also von Voice Search sprechen, ist im ersten Schritt nicht immer eindeutig was damit gemeint ist. Fangen wir also von ganz vorne an.

Voice Search Kontext

Zunächst stellt sich die Frage nach dem “Was ist Voice Search” überhaupt? Hier muss man grundsätzlich trennen:

  • Sprachsuche über Mobilgeräte: Diese werden über Smartphones getätigt für alltägliche Abfragen: Wetter abfragen, nach dem Weg fragen, lokale Geschäfte/Restaurants suchen, etc. Hier werden Suchanfragen über das Mikrofon-Symbol neben dem Suchschlitz von z.B. Google gestellt. Der Nutzer spricht ins Mikrofon und im Anschluss werden Suchergebnisse präsentiert. Für Google stellen solche Suchanfragen streng genommen keine Voice Search dar, da es keinen Unterschied für das System machte, ob jemand per Tastaur oder per Mikrofon die Suchanfragen eingibt. Diese Daten würden für den Webmaster auch in der GSC erscheinen.
  • Sprachsuche (die eigentliche Voice Search) bzw. Sprachsteuerung (Voice Command!) über Sprachassistenten: Meist zu Hause über Smart Speaker oder im Auto über die Sprachassistenten. Das Ergebnis sind keine Suchergebnisse, sondern es werden Antworten geliefert, die meist eine Webseite als Quelle heranziehen. Das wäre so, als wenn ein Featured Snippet ausgespielt wird. Diese Daten würden in der GSC nicht auftauchen. Befehle wie “bitte rufe XY an” oder “licht an” gehören zu Voice Search!

Suchintentionen und Micro Moments

Unabhängig dieser 2 Typen lassen sich – ähnlich wie bei der Websuche – auch bei der Sprachsuche die Suchanfragen in verschiedene Intentionen unterteilen. Google spricht dabei von den Micro Moments. Micro Moments sind der kurze Moment, wo der Nutzer eine Frage hat und sofort zum Smartphone greift, um das Informationsbedürfnis zu stillen.

  • “I want to know”: Dies sind informationsgetriebene Suchanfragen und der Nutzer möchte sich über etwas informieren.
  • “I want to go”: Der Nutzer möchte sich hier um einen Ort informieren oder auch ein (bestimmtes) Restaurant informieren, um dort hinzugehen. Dies sind lokale und navigationsgetriebene Suchanfragen.
  • “I want to do”: Der Nutzer möchte hier etwas tun und sich vorher informieren. Videos, Ratgeber und Anleitungen werden hier erwartet.
  • “I want to buy”: Der Nutzer hat hier eine Kaufabsicht. Das sind die transaktionellen Suchanfragen.
  • Nicht zu Googles Micro Moments gehörend gibt es noch Befehle an Sprachassistenten, die man hier erwähnen sollte. Diese könnten aber auch manchmal unter “I want to do” fallen.

Während die ersten 4 Arten (informativ, navigational, lokale, transaktional) für SEO relevant sein könnten(!), haben Befehle bzw. Sprachsteuerungen (z.B. Licht ein/aus, App öffnen, Musik an, etc.) keine Relevanz für die Suchmaschinen-Optimierung. Wichtig ist bei ersterem, dass man Anwendungsfälle findet, die man abdecken kann. Erst dann macht eine Optimierung auf Voice Search Sinn. Eine gezielte SEO-Optimierung ist aktuell schwer möglich.

Hersteller und Software

HerstellerTechnologie
GoogleGoogle Assistant
AmazonAlexa
AppleSiri
AlibabaAliMe
BaiduDuerOS
LenovoAlexa
SonyGoogle Assistant
XiaomiXiao KI Assistant
SonosAlexa

SEO für Voice Search

Wie anfangs erwähnt handelt es sich bei “Voice Search” um Anfragen über Sprachassistenten, die für SEO kaum eine Bedeutung haben. Möchte man dennoch für Suchanfragen wie “bestes restaurant” oder “wo kann ich XY kaufen” in der Ausgabe von Sprachassistenten berücksichtigt werden, kann man folgende Tipps beachten. Beim Lesen wirst du erkennen: Hier sind keine neuen SEO-Tipps und -Maßnahmen angeführt. Heißt im Umkehrschluss: Wenn du im SEO deine Hausaufgaben gemacht hast, gibt es im Bereich Voice Search (aktuell) nichts zu tun für dich!

Die Basis

Hierzu zählt vorrangig die Zugänglichkeit der Seite durch den Googlebot. Wichtige Aspekte dabei sind:

  • Freigabe aller notwendigen Ressourcen für den Googlebot über die robots.txt
  • Eine schnelle Seite, die Google schnell und effizient crawlen kann (Pagespeed)
  • Inhalte, die gefunden werden sollen, müssen auf “index” sein
  • Pflege der wichtigsten Meta-Angaben
  • Und alle anderen Hygiene-Faktoren

Als “Sonderthema” sehe ich hier “Vertrauen” an. Neben einer SSL-Verschlüsselung ist der Trust in die Domain ein entscheidender Faktor.

Featured Snippets

Die präsentierten Ergebnisse von Voice Search basieren sehr oft auf “Position 0”. Daher ist es wichtig, dass Featured Snippets für die eigene Webseite ausgegeben werden. Daneben sind Answer Boxes und der Knowledge Graph von Google, Bing und Wolfram Alpha wichtige Quellen. Wer also Featured Snippets mittels Meta-Robots blockiert, wird in diesem Fall kaum Chancen haben als Voice-Search-Ergebnis vorgelesen zu werden.

Strukturierte Daten

Ein wichtiger Aspekt bei der Optimierung auf Voice Search ist die Auszeichnung der Daten in strukturierter Form. Mit strukturierten Daten können Suchmaschinen die Inhalte besser verstehen und zuordnen.

Keyword-Analyse

Voice-Suchanfragen sind anders! Dies sollte man bei der Keyword-Analyse berücksichtigen. Besonders auffallend in der Sprachsuche ist, dass Suchanfragen sehr oft W-Fragen sind. Statt “wetter münchen” sprechen die Nutzer ins Mikrofon meistens “Wie ist heute das Wetter in München?”. Hier sollte man also eher eine Longtail-Keyword-Strategie verfolgen. Zudem sollten nach Möglichkeit lokale Suchanfragen in der Keyword-Definition abgedeckt werden.

Content auf die Sprachsuche ausrichten

In der Sprachsuche erwarten sich die Nutzer meist eine kurze und präzise Antwort. Dies sollte man schon bei der Texterstellung berücksichtigen. Sätze müssen daher kurz, prägnant und einfach zu vorzulesen sein, damit Google diese in der Sprachsuche in Betracht zieht. Deshalb sollte man auf folgendes achten:

  • Kurze und prägnante Sätze verfassen
  • Texte sollten so geschrieben sein, dass sie “gut anhörbar” sind
  • Es sollten keine umfangreichen Formulierungen verwenden, da sie beim Vorlesen zu viel Zeit in Anspruch nehmen würden
  • Konsistente und verständliche Sprache verwenden
  • Tabellen sind bei Voice Search weniger wichtig, da sich schwer sinnvoll vorgelesen werden können

Weitere Informationen zu Voice Search

Im nachfolgenden trage ich einige wichtige Informationen kurz und knapp zusammen, die man bei Voice Search im Hinterkopf behalten sollte.

  • Bei lokalen Suchanfragen greift Google Assistant auf Google My Business zurück, Alexa auf TripAdvisor und Yelp.
  • Google arbeitet aktuell an einem Speakable-Markup für Voice Search. Damit lassen sich strukturierte Daten einsetzen, die sich für das Vorlesen bei digitalen Assistenten eignen.

Last modified: 19. April 2020